Oberbürgermeister Haase unterwegs auf reaktionären Irrwegen – Jusos Mainz kritisieren Auftrittvon Oberbürgermeister Haase bei Studentenverbindung

Diesen Freitag, den 30.10.2026, soll Oberbürgermeister Haase bei seiner Studentenvereinigung, dem
“Verein Deutscher Studenten Königsberg-Mainz“, über „Finanzkrise und Sondervermögen“ sprechen. Der
VDSt kündigte ihn auf seinem Instagram-Account ursprünglich ausdrücklich als Mainzer
Oberbürgermeister an, nicht als Privatperson. Der Verein bezeichnet sich zwar als politisch neutral,
präsentiert sich aber auf Instagram immer wieder mit den Farben der Reichsflagge Schwarz-Weiß-Rot. Auf
Fotos halten Mitglieder die Reichsflagge in die Kamera, auch die Räumlichkeiten des VDSt sind mit ihr
geschmückt. Der Dachverband “VVDSt” schreibt auf seiner Website sogar: “Daher wählte man 1881 als
Ausdruck der Verbundenheit zum Deutschen Reich die Reichsfarben schwarz-weiß-rot.” Für die Jusos
Mainz ist klar, dass hier eine historisch-symbolische Kontinuität beabsichtigt ist oder bewusst in Kauf
genommen wird. Die Reichsflagge war das Symbol eines autoritären und imperialistischen Staates. Nach
1918 wurde sie vor allem von reaktionären Gegnern der Demokratie und Rechtsextremisten genutzt.
Darüber hinaus ist der VDSt ein reiner Männerbund. Für die Jusos Mainz steht fest: “Die Werte der
schwarz-weiß-roten Reichsflagge stehen in einem fundamentalen Gegensatz zu den Werten unserer Stadt
und unserer Demokratie.”
Besonders kritikwürdig wirkt der Auftritt aus Sicht der Jusos vor dem Hintergrund, dass Haase im Kontext
der Diskussionen um das Oktoberfest gegenüber den eigenen Dezernent:innen der Stadt zuletzt selbst auf
das Neutralitätsgebot gepocht und dabei öffentlich mit “interner disziplinarrechtlicher Bewertung” gedroht
hat. „Wer von anderen Zurückhaltung verlangt, muss sich auch selbst daran messen lassen. Ein
Oberbürgermeister, der unter den Farben der Reichsflagge über Haushaltspolitik referiert, verkennt die
Signalwirkung seines Amtes. Mainz steht für Offenheit und Vielfalt, nicht für Männerbünde und die
reaktionären Symbole eines vergangenen Obrigkeitsstaates. Die Farben unserer Demokratie sind
Schwarz-Rot-Gold“, kritisieren die Jusos Mainz.
Sie fordern Oberbürgermeister Nino Haase auf, seinen geplanten Auftritt beim VDSt abzusagen. Zugleich
erwarten sie von ihm eine klare Distanzierung von Organisationen, die sich nationalistischer Symbolik
bedienen.